Drei Schwestern
Drama von Anton Tschechow
Erster Akt: |
Irinas Geburtstag |
Zweiter Akt: |
Ausschnitte aus dem Leben der Schwestern |
Dritter Akt: |
Feuer in der Stadt |
Vierter Akt: |
Abschied |
Seit elf Jahren
leben die drei Schwestern Olga, Mascha und Irina mit ihrem Bruder Andrej in ihrem Haus in
der trostlosen und unkultivierten russischen Provinz. Sie träumen davon, eines Tages in
ihre Heimatstadt Moskau zurückkehren zu können. Die älteste der Schwestern, Olga, ist
seit vier Jahren Lehrerin am Gymnasium, die zweite, Mascha, ist mit dem spießigen und
beschränkten Lateinlehrer Kulygin verheiratet, die jüngste, Irina, ist unverheiratet und
bisher ohne Beruf. Sie sehnt sich nach der großen Liebe und nach einer Arbeit, die ihr
Leben ausfüllt. Im zweiten Akt tritt sie dann wirklich als Angestellte des
Telegraphenamtes auf; im dritten Akt wiederum arbeitet sie in der Stadtverwaltung, im
vierten Akt, fünf Jahre nach dem ersten, hat sie das Lehrerinnenexamen abgelegt und will
am folgenden Tag ihre Stelle an der Schule antreten. Irina wird von dem gebildeten
Leutnant Baron Tusenbach geliebt, der, wie sie, von einem durch sinnvolle Arbeit
erfüllten Leben träumt und darum den Offiziersberuf aufgibt, um in einer Ziegelei zu
arbeiten. Irina kann seine Liebe nicht erwidern. Da die ersehnte große Liebe, die sie
erwartet hatte, ausbleibt, will sie schließlich Tusenbach heirateten. Mascha,
unglücklich in der Ehe mit ihrem selbstzufriedenen Mann, verliebt sich in den
kultivierten Oberstleutenant Werschinin, der selbst unglücklich verheiratet ist und ihrer
Liebe erwidert. Die Schwestern setzen große Hoffnungen auf ihren Bruder Andrej, der
anfangs noch eine Professur in Moskau anstrebt. Er heiratet Natascha, ein Mädchen aus der
Stadt, die voll und ganz dem rückständigem Milieu der Provinz verhaftet ist.Alle
Beziehungen und Hoffnungen der Schwestern werden jedoch am Ende des Stücks zerstört:
Tusenbach, mit dem Irina ein neues, arbeitserfülltes Leben beginnen wollte, wird am Tag
vor der geplanten Hochzeit von dem Stabskapitän Soljonyj, seinem zynischen Nebenbuhler,
in einem Duell getötet. Werschinin und Mascha müssen sich bei Verlegung der Garnison
ohne Hoffnung auf ein Wiedersehen voneinander trennen. Sie kehrt enttäuscht zu ihrem
ungeliebten Ehemann zurück. Olga, die sich nichts sehnlicher gewünscht hat, als zu
heiraten, bleibt, von ihrem Beruf überfordert, zurück. Andrej hat sich in der Ehe mit
der herz- und geschmacklosen Natascha, die ihn überdies mit seinem Vorgesetzten betrügt,
tief in den Sumpf der Provinz ziehen lassen. Aufgrund von Spielschulden mußte er
überdies das Haus der Schwestern verpfänden. Er versinkt in völlige Lethargie. Einzig
und allein Natascha, die sich im Verlauf des Stücks als Despotin entpuppt, hat ihr Ziel
erreicht: sie hat die Schwestern aus ihrem Haus vertrieben, hat einen Mann, der ihr
willenlos ausgeliefert ist und zwei Kinder, die sie leidenschaftlich bemuttert.